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Mit einem riesigen Fragezeichen aufgewacht

Heute Morgen bin ich mit einem riesigen Fragezeichen aufgewacht.

Und um ganz ehrlich zu sein: Mein Verstand wollte sofort losrennen. Mein gesamtes System war auf Kampf und Machen programmiert – dieser unruhige Impuls, etwas zu tun, Wirkungen im Außen zu erzwingen, Antworten zu liefern und wieder alles im Griff zu haben.

Ich habe gemerkt, wie mein Ego eisenhart versucht hat, die Zügel wieder an sich zu reißen. Weil es panische Angst davor hat, einfach nur still zu sein und nicht zu wissen, was morgen ist.

Aber das Leben verdonnert mich gerade zum Stillhalten. Zum Zuhören. Zum Empfangen von etwas, das viel größer ist als meine eigenen kleinen Pläne.

Also habe ich mich einfach an mein Fragezeichen gelehnt. Ich habe den Widerstand gegen die Ungewissheit aufgegeben. Keine Methode, kein Projekt daraus gemacht. Nur das Brodeln in der Brust gespürt und mich mitten hineingesetzt.

Ich bin kein Lehrer. Ich habe keine fertigen Antworten mehr – weder für das Leben anderer noch für mein eigenes.

Aber ich weiß eins: Die tiefste Ruhe beginnt für mich nicht dann, wenn ich alle Fragen gelöst habe. Sie beginnt in dem Moment, in dem ich aufhöre, vor der Ungewissheit wegzulaufen, und mich wehrlos von meiner eigenen Lebendigkeit einholen lasse.

Ich stehe an dieser Schwelle. Ohne Fahrplan, aber vollkommen da.

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